Land Leben 1/24

WAS IST EIGENTLICHWILD? Nicht alle freilebenden Tiere sind Wild, nicht jede Wildart darf gejagt werden und selbst jagbare Arten sind nicht jederzeit zumAbschuss freigegeben. Der Fachmann unterscheidet zwischen Haarwild und Federwild. ZumHaarwild zählen das Schalenwild, das Raubwild sowie Hasenartige und Nagetiere. Heimisches Schalenwild wäre zum Beispiel: Hirsch, Reh, Gams, Steinbock, Muff el und Wildschwein. Zum Raubwild gehören Dachs, Fischotter, Fuchs, Steinmarder, Iltis, Baummarder, Braunbär, Luchs und Wolf, so genannte „Beutegreifer“, die sich fast ausschließlich von Fleisch ernähren. UNDWEMGEHÖRT ES? Solange die Tiere in freier Wildbahn leben, gehören sie zum jeweiligen Grundstück, sie sind daher herrenlos. Sobald sie erlegt sind, gehören sie dem so genannten „Jagdausübungsberechtigten“ des Reviers. Das kann der Besitzer, die Besitzerin oder auch der Pächter oder die Pächterin sein, die mit dem Pachtgeld das Recht erwerben, Wild zu erlegen, zu behalten oder zu verkaufen. WER DARF ÜBERHAUPT JAGEN? In Deutschland darf nur jagen, wer einen Jagdschein besitzt. Der setzt umfangreiches Wissen und eine erfolgreich abgeschlossene Prüfung voraus. Auch in Österreich dürfen das nur geprüfte und tatsächliche Kein Hobby, sondern eine große Aufgabe. Wichtige Fakten zwischen Wild und Ordnung. WILDE JAGD? VON WEGEN. Berufs-Jäger. Wer will, kann das Themenfeld sogar studieren: Die Universität für Bodenkultur in Wien bietet ein viersemestriges berufsbegleitendes Studium an. UNDWO IST DIE JAGD ERLAUBT? In Deutschland gibt es fest eingeteilte Bereiche, also Reviere. Die Personenzahl ist nachFlächebegrenzt. Auf 250 Hektar Fläche dürfen nur zwei Personen jagen. Auch in Österreich muss die Fläche enstprechend groß sein. Eigenjagden sind Jagdgebiete mit einer Mindestfl äche von 115 Hektar (im Burgenland und in Tirol 300 Hektar). Der Eigentümer muss über einen gültigen Jagdschein verfügen. Er muss das Jagdrecht übrigens weitergeben, wenn er die Jagd selbst nicht ausüben will. GIBT ES HEUTE NOCHWILDERER? Leider, ja. Mit technischen Errungen- schaften wie Schalldämpfern und Nachtsichtgerätenbekamsie frischen Wind. In Deutschland gab es im Jahr 2021 immerhin 1.025 erfasste Fälle. Die Dunkelziff er ist sicherlich noch um einiges höher. Viele illegal geschossene Tiere bleiben unentdeckt. IST DAS STRAFBAR? Natürlich. Wilderei ist kein Kavaliersdelikt, auch wenn historische Wilderer gerne romantisiert werden. Als schwerwiegende Straftat wird sie juristisch streng verfolgt (Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren). 86 WOHNEN & Landleben llus: studio Sveta_Aho, studio 306fotolia, Gaspar, Andrii_Oliinyk, Mary fl eur/StockAdobe: H.Ramboldt; liramaigums, zdenka1967; WikiCommons uch die Jagd wird weiblicher. Der Anteil der Frauen, die den Jagdschein machen, wächst stetig. Bei den Jungjägerkursen liegt er bei 20 Prozent. Der Trend zeichnet sich in Österreich, aber auch in Deutschland und der Schweiz ab. Für den Großteil der Jägerinnen ist die Jagd mehr als ein Hobby. Sie ist eine Leidenschaft. Das gilt auch für Elisabeth Auersperg-Breunner. „Jagderlebnis und Naturerlebnis sind auch für mich, untrennbar miteinander verbunden“, schreibt sie in ihrem Buch, das im Herbst letzten Jahres erschienen ist. Die fünffache Mutter kann sich ein Leben ohne die Jagd gar nicht vorstellen und ist damit nicht die einzige. Die Liebe dazu gibt sie auch an ihre Kinder weiter. TRADITIONSHANDWERK Ein reines Männerhandwerk war die Domäne ohnehin noch nie. Archäologische Grabfunde legen – entgegen der landläufigen Meiniung – nahe, dass damals Frauen und Männer fast zu gleichen Teilen mit Speer, Steinaxt, Pfeil und Bogen unterwegs waren. Sogar die bekanntesten Jagdgottheiten sind weiblich: die altgrieGöttliches Altertum Diana mit Pfeil, Bogen und Saufeder – in ganz Europa als Jagdgöttin verehrt. A

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